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Marrakech
     
Fes:
Die älteste der vier Königsstädte (ca. 1.051.000 Einwohner mit Trabantenstädten und Umgebung) ist neben Marrakesch sicher die interessanteste Stadt Marokkos. Sie ist das geistige Zentrum des Landes und Sitz der neben der Azhar-Universität in Kairo ältesten islamischen Universität, der Karaouyine. Seit 1976 steht sie unter dem Schutz der UNESCO als erhaltenswerte Stadt, und es wird nach und nach versucht, Teile von ihr zu restaurieren. Fes besteht aus 3 Teilen: dem ältesten Stadtteil, Fes-el-Bali ("das alte Fes"), dann dem von den Meriniden gegründeten Fes-el-Djedid ("das neue Fes") und schließlich dem Dar Debibegh, der Ville Nouvelle, von den Franzosen während der Protektoratszeit gegründet und nun eigentliche Neustadt. Fes-el-Bali, die Altstadt aus dem 9. Jh. mit ihrem Gäßchengewirr, in dem man sich ohne Führer kaum zurechtfindet, beherbergt die Souks, und in ihr liegen fast alle historischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten. Bis auf sehr wenige Straßen, die in die Medina führen (z.B. zum Bab Boujloud im Westen bzw. zur Rsif-Moschee im Süden), ist es nicht möglich in die Medina mit einem Auto zu fahren.
Geschichte
Fes wurde im Jahre 789 von Idriss I. gegründet, die eigentliche Gründung erfolgte aber erst 808 durch Idriss II., seinem Sohn, der dort, wo sich sein Vater niedergelassen hatte, die ersten Häuser errichtete. Im kulturellen Umfeld der Freitagsmoschee Karaouyine, die von Fatma bent Mohammed el Fihri im Jahre 862 gestiftet wurde, entstand hier ein religiöses und geistiges Zentrum und nach Kairo die zweite Universität der Welt. Fes ist eine der modernsten Städte seiner Zeit, in der sich das geistige, religiöse, politische und künstlerische Leben besonders reich entfaltete. Den Almohaden folgten die Meriniden, unter deren Herrschern die schönsten Bauwerke der Stadt entstanden. Bald erreichte das künstlerische und geistige Leben der Stadt seinen Höhepunkt. 1912 wurde "die Konvention von Fes" unterschrieben, die den Franzosen den größten Teil Marokkos als Protektorat übertrug. Der Königssitz wurde nach Rabat verlegt, aber Fes blieb ein Zentrum der Widerstandsbewegung. Fes ist bis zum 20. Jh. die geistige Hauptstadt des Königreiches gewesen und hat jetzt etwas von ihrem Glanz eingebüßt. Die Fassis, wie sich die Bewohner von Fes nennen, begreifen sich aber immer noch als Bildungselite des Landes. Auch sind sie stolz darauf, besonders elegant und modisch zu sein, sozusagen Trendsetter.
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